25 Jahre Berlin
Heute vor 25 Jahren zog ich nach Berlin. Christian Lindner hätte das beinahe verhindert. Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
Am 31.3.2001 begann endlich das Leben, auf das ich lange gewartet hatte. Ich kam in Berlin an. Hinter mir lagen eine IT-Ausbildung in Bonn, Jahre in der Kommunalpolitik bei den Grünen und die Mitgründung der Grünen Jugend. Mir war längst klar, dass ich irgendwas zwischen Politik und Internet machen wollte. Nur wo, war lange unklar.
Die Wochenenden verbrachte ich immer häufiger in Berlin, wo ich Konferenzen zu den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung mit organisierte und die wenigen zivilgesellschaftlichen Akteure vernetzte, die es damals gab. Als Rheinländer zog es mich eigentlich nach Köln – die sichere Wahl und die vertraute Heimat. Aber gleich so weit wegziehen und alles hinter mir lassen?
Ohne mich zu bewerben hatte ich über Freunde zwei Jobangebote in der Hand: Köln oder Berlin.
In Köln war ich beim Vorstellungsgespräch in einem Startup von Jung-Liberalen, die mir zur Begrüßung erstmal stolz einen Porsche im Hof präsentierten. Das volle Klischee. Beim Gespräch saß mir Christian Lindner gegenüber und wir diskutierten mehr über Politik als über den Job. Am Ende hätte ich anfangen können.
Aber mein Bauchgefühl sagte Nein - ich verstand das Geschäftsmodell nicht und glaubte nicht an das Produkt. Eine richtige Entscheidung, denn einige Monate später waren sie pleite.
Berlin war das Gegenteil. Nicht Porsche, sondern Aufbruch. Bei wegewerk, einer der ersten Agenturen für politische Kommunikation im Netz, sollte ich als Projektmanager Kampagnenwerkzeuge zum Fundraising und für Wahlkämpfe entwickeln. Das war genau die Schnittstelle, die ich gesucht hatte. Es war 2001 und alles war Neuland.
Und dann war da diese Stadt. Eine Einzimmerwohnung mit Kohleofen mitten im Prenzlauer Berg für 250 Euro. Netz-Kulturen, Chaos Computer Club, Politik, und die Parties. Ich war endlich dort, wo ich hingehörte.
Und ich bin es immer noch gerne.