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Die EU-Kommission geht endlich gegen TikTok vor

Die EU-Kommission geht endlich gegen TikTok vor
Leichter Gegner, weil nicht US-kontrolliert

Die EU-Kommission geht endlich gegen TikTok wegen Verstößen gegen den DSA vor – und das ist längst überfällig. Konkret geht es um suchterzeugende Designs. Dazu gehören laut EU-Kommission „Funktionen wie unendliches Scrollen, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und das hochgradig personalisierte Empfehlungssystem."

TikTok habe in seiner Risikobewertung nicht angemessen eingeschätzt, wie „Suchtmerkmale das körperliche und geistige Wohlbefinden seiner Nutzer, einschließlich Minderjähriger und schutzbedürftiger Erwachsener, beeinträchtigen könnten.“

Jetzt muss TikTok seine Design-Mechanismen ändern. Das Unternehmen ist gerade ein vergleichsweise einfacher Gegner, weil nicht US-amerikanisch kontrolliert und damit nicht unter dem Schutzschirm von Donald Trump.

Aber genau deshalb sollte die EU diesen Moment nutzen, entschlossen und sichtbar. Denn TikTok ist nur die Spitze. Die Debatte über ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige lenkt davon ab, dass diese Design-Mechanismen für alle Nutzer:innen schädlich sind - egal in welchem Alter.

TikTok kann jetzt reagieren. Am Ende des Verfahrens können Bußgelder von bis zu 6% des globalen Umsatzes stehen. Der Rechtsweg dauert aber lange.Und während wir Prozesse führen, läuft das System weiter.

Der Schaden wird jetzt angerichtet. Aber wenigstens tut sich was.