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# Die Welt steht in Flammen und wir müssen sie löschen
- URL: https://www.digitalpolitik.de/eroffnungsworte-zur-re-publica/
- Published: 2025-05-27T05:31:25.000Z
- Updated: 2025-06-02T12:02:26.000Z
- Author: Markus Beckedahl

[](https://www.digitalpolitik.de/author/markus/)

*Gestern Morgen haben wir die re:publica eröffnet. Das waren meine Worte dabei:*

**Guten Morgen und herzlich willkommen zur re:publica!**

Wie schön, dass Ihr alle da seid. 

Wahrscheinlich fragt Ihr Euch gerade, auf welchen Kanälen wir uns parallel sehen?

Wir sind mit Twitter groß geworden – viele von uns haben dort gelernt, wie sich Öffentlichkeit anfühlt. Aber lasst uns bitte nicht auf *X* über die *rp* sprechen. 

Stattdessen: Lasst uns Räume stärken, die uns allen gehören – Plattformen, die nicht von einzelnen Milliardären kontrolliert werden. Auch wenn die Auswahl da leider noch nicht so groß ist, wie sie sein sollte.

**Genau darum wird es in den nächsten Tagen hier gehen.**

Wie schaffen wir den Weg in die digitale Unabhängigkeit? Wie sieht eine demokratische Infrastruktur aus, die funktioniert – und zwar nicht nur technisch, sondern auch politisch und sozial?

Unsere Programmplanung war dieses Jahr geprägt von Unsicherheit. Eine Welt, in der alles jederzeit möglich scheint – vom nächsten Krieg bis zur nächsten Software-Dystopie. Und genau deswegen ist es so wichtig, dass wir hier zusammenkommen.

**Denn ja: Die Welt steht in Flammen. Und wir müssen sie löschen.**

Und der digitale Faschismus ist keine Dystopie mehr – er wird real.

Ein zentrales Thema in diesem Jahr sind die Allianzen zwischen Tech-Oligarchen und autoritären Politikern – allen voran Donald Trump. Aus ideologischen Gründen und finanziellen Eigeninteressen verändern sie die Regeln unserer Öffentlichkeit – oft über Nacht.

Einzelne Menschen kontrollieren heute ganze Kommunikationsräume. Räume, die wir alle nutzen, um uns zu informieren, zu streiten, zu organisieren.

**Und das ist gefährlich.**

**Beim Thema KI wiederholen wir dieselben Fehler der Vergangenheit.**

Deshalb stellen wir uns die Frage:

**Wie können wir digitale Souveränität zurückgewinnen?**

Natürlich setzen viele Hoffnungen auf die Europäische Union und ihre Plattformregulierung– die neuen Regeln sollen unsere digitale Öffentlichkeit schützen.

Aber: Momentan wirkt das sehr halbherzig. Zu oft wirkt es wie eine Art *Schaufensterregulierung*. Man tut so, als würde man handeln – hat aber gleichzeitig Angst, mit Donald Trump in einen Handelskrieg zu geraten.

So wird unsere Demokratie gegen Autozölle verrechnet.

**Wir sagen: Das reicht nicht. Wir brauchen eine effektive Durchsetzung unserer demokratischen Regeln gegen Akteure, die diese nicht respektieren wollen.**

Und wir brauchen mutigere, gemeinwohlorientierte Alternativen, damit wir mehr Wahlfreiheit haben. Die fallen nicht einfach so vom Himmel. Aber genau die Wege zeigen wir Euch hier – auf Panels, in Talks, in Workshops und Performances.

Wir haben eine neue Wirtschaftsbühne am Dienstag – dort geht es nicht um Pitches, sondern um Prinzipien. Um die Frage: Wie können Wirtschaft und Digitalisierung so gestaltet werden, dass sie zu unseren Werten passen? Wir bauen das auch gerne aus, wenn das Angebot ankommt.

Ein weiteres wichtiges Thema:

**Der Kampf um unsere Aufmerksamkeit – und um unsere Hirne.**

Was sagt die Forschung? Welche Strategien helfen? Und wie kommen wir raus aus dem ständigen Dopaminrausch?

Deshalb bieten wir auch Angebote für Körper und Geist: Yoga, Meditation, Breathwork – damit ihr auch mal durchatmen könnt.

Insgesamt haben wir über 1100 Sprecher:innen auf 27 Bühnensituationen. Dazu kommt noch ein weiteres spannendes Programm an vielen Partnerständen. 

**Wir machen das hier jedes Jahr, um uns gegenseitig zu inspirieren – und zu erinnern:**

Eine bessere digitale Welt ist möglich.

Und wir sind viele.

Lasst sie uns gemeinsam bauen.