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# Digitale Souveränität im Sportstudio
- URL: https://www.digitalpolitik.de/was-fussball-mit-digitaler-souveranitat-zu-tun-hat/
- Published: 2026-10-04T12:46:39.000Z
- Updated: 2026-10-04T12:51:50.000Z
- Author: Markus Beckedahl

Ich war im ZDF-Sportstudio und habe dort über Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität gesprochen.  
  
Vergangene Woche bin ich in Mainz gewesen. Eingeladen haben mich die ZDF-Mitarbeiter:innen, die zweimal im Jahr einen Vortrag mit Diskussion im Rahmen einer „kreativen Mittagspause“ organisieren. So stand ich auf einmal im Studio des Sportstudio und auf der Zuschauertribühne saßen viele interessierte Mitarbeitende unterschiedlicher Abteilungen.  
  
In meinem Vortrag habe ich einen Überblick gegeben, warum wir über digitale Souveränität diskutieren, was das bedeutet und wie wir uns aus der Abhängigkeit einiger Konzerne lösen können. Im Kern geht es um die Begrenzung digitaler Macht. Und die wächst mit KI massiv.  
  
Mir war auch wichtig zu zeigen, was das ZDF selbst machen könnte. 

### Einige meiner Vorschläge waren:  

- Medien müssen aufpassen, nicht immer auf die Big Tech - Narrative aus dem Silicon Valley reinzufallen. Das bedeutet auch mehr Kompetenzen in den Redaktionen, das ist keine normale Wirtschaftsbranche und das bedarf mehr als reine Börsennachrichten. Hier geht’s um Technologie, Macht und Geopolitik. Genau dafür gibt es das [**Zentrum für Digitalrechte und Demokratie**](https://www.digitalrechte.de/?ref=digitalpolitik.de): Medien diese Einordnung zu liefern, wenn sie die Kompetenz nicht im Haus haben.
- Medien sind mit verantwortlich, welche Kommunikationskanäle prominent sind. „Diskutieren Sie mit uns auf Facebook“ fördert Mark Zuckerberg und bedeutet, dass Kommunikation mit Zuschauenden über seine Kanäle läuft und diese stärkt. Warum kann ich ZDF-Sendungen nur auf YouTube kommentieren und nicht in der Mediathek?
- Medien müssen Nutzende stärker an die eigenen Angebote binden, denn die Distributionswege sind algorithmisch durch Unternehmensinteressen kontrolliert. Wenn redaktionelle Inhalte auf den üblichen paar Social Media Plattformen geteilt werden, muss immer eine gemeinwohlorientierte Alternative mitgespielt werden. Das ist ganz einfach: Wenn TikTok oder X, dann auch Mastodon oder Eurosky.
- Und warum den Auftrag nicht weiterdenken: Millionen Menschen haben mittlerweile Accounts in der ZDF-Mediathek. Wenn man diese an offene soziale Netzwerke wie das Fediverse (Mastodon) oder Atproto (Bluesky) anschließt, könnten wir eine andere Social Media Welt bauen, die nicht durch Elon Musk und Mark Zuckerberg bestimmt wird.
- Auch das ZDF kann resilienter werden. Trump kann jederzeit den Zugang zu Microsoft und Co sperren. Das ZDF könnte sich ähnlich wie bei der Weiterentwicklung der Mediatheken zu einem offenen Ökosystem mit anderen großen Medienhäusern zusammenschließen und gemeinsam digitale Infrastrukturen für die eigene Verwaltung und Redaktionsbetrieb aufbauen.
- KI-Agenten werden in Zukunft den Medienkonsum von vielen Menschen bestimmen und diesen aus unterschiedlichen Quellen zusammenstellen. Warum nicht offene Agenten als ÖRR-Auftrag ansehen und vertrauenswürdige Angebote bauen, die ich dann auch gerne nutzen will?

  
Zum Abschluss fehlte nur noch die Torwand. Die war leider im Keller verstaut.