Für die Innovation ist das schon okay?
Wenn Dein Nachbar einen Roboter baut, der plötzlich in Deinem Haus marodiert - sagst Du dann auch: „Für die Innovation ist das schon okay?“
So kommt mir aktuell die Debatte um Künstliche Intelligenz vor. In den vergangenen Tagen konnte ich dazu viel auf Bühnen, in Hintergrundgesprächen und vor Kameras diskutieren.
In der Deutsche Welle - Talkshow "auf den Punkt" habe ich gestern die Frage gestellt, wie viel Kontrollverlust wir eigentlich im Namen der Innovation akzeptieren wollen. Hier kann die Sendung nachgeschaut werden.
Mein Punkt war: Wir sind der Entwicklung nicht hilflos ausgeliefert. Wir haben Handlungsmacht, die wir noch zu zu wenig nutzen. Wir müssen digitale Macht begrenzen.
Wie das konkret aussehen kann, habe ich zusammen mit Michael Kolain beim Zentrum für Digitalrechte und Demokratie analysiert.
Die EU hat früh erkannt, dass sich den Risiken der riesigen KI-Modelle nicht allein mit Stoßgebeten und Appellen an die Eigenverantwortung von Tech-Bossen begegnen lässt. Die KI-Verordnung bietet den passenden Rahmen dafür, um Cybersicherheit einzufordern und durchzusetzen. Was fehlt ist der Wille zur Durchsetzung.
Eine andere Debatte mit mehr Bezug zum Journalismus habe ich gestern in der Phoenix-Runde mit dem Titel "Macht, Medien, Maschinen – Bedroht KI die Demokratie?" geführt. Hier gehts zur Aufzeichnung.
Hier war mir wichtig, den Zusammenhang zwischen Presse, Freiheit und Plattformen zu thematisieren. Wir brauchen die Regulierung von Big Tech, müssen aber auch Alternativen fördern. Sonst kommen wir nicht aus der Abhängigkeit raus.
Es wird nicht langweilig.