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Never gonna give you up

Never gonna give you up
Einmal im Jahr ist re:publica

Vor zwei Wochen ging die re:publica zu Ende. Mit meinem Team hatte ich ein Programm mit 1243 Sprecher:innen auf 27 Bühnen organisiert und durchgeführt.

Aus Kurationssicht ist es immer etwas frustrierend, wenn man so viele tolle Sprecher:innen einlädt und auf Bühne bringt und dann vor Ort gerade mal einem kleinen Teil überhaupt Hallo und Danke sagen zu können.

Dafür kann ich mir jetzt zahlreiche Vorträge in unserem Video-Archiv anschauen und lerne dabei viel. Viele Talks sind eine halbe Stunde lang und bieten oft einen sehr guten Einstieg und Überblick auf ein Thema oder Fragestellung. Jedes Jahr wächst so eine Wissensdatenbank und dokumentiert auch den jeweiligen Zeitgeist und was wie diskutiert wurde.

Ich selbst war diesmal mit drei sehr unterschiedlichen Talks und Rollen dabei. In meiner Keynote über "Digitale Macht begrenzen: Der Weg in die digitale Souveränität" habe ich den Stand der aktuellen Diskussion in einer Stunde komprimiert zusammengefasst.

Wie steht es um die Digitalisierung in Deutschland, Herr Wildberger?

Am zweiten Tag der re:publica hatte ich unseren Digitalminister Karsten Wildberger im Gespräch auf der großen Bühne. Vor einem Jahr war er schon mal da - gerade ins Amt gekommen und noch etwas unsicher, wo er gelandet war.

Diesmal war sein Auftreten deutlich souveräner und er präsentierte schon in seiner kurzen Auftaktrede einige Punkte, für die wir lange gekämpft haben.Es ist noch etwas gewöhnungsbedürftig, von einem Vertreter der Bundesregierung zu hören, dass „Public Money, Public Code" als Prinzip der öffentlichen Beschaffung eingeführt wird. Das bedeutet, dass Open Source selbstverständlich bevorzugt werden sollte — und nicht wie bisher lediglich eine mögliche Alternative für wenige mutige Entscheidende ist.

Die digitale Zivilgesellschaft soll stärker eingebunden werden. Bisher wurde sie gern übersehen, und das ist eine vertane Chance. Denn der Organisationsgrad und das Wissen sind in Deutschland besonders hoch. Am Tisch sitzen in Ministerien aber in der Regel nur Wirtschaftsvertreter:innen und beraten die Bundesregierung. Kein Wunder, dass gesellschaftliche Fragen und Lösungen dabei oft unter den Tisch fallen.

Wie die Einbindung konkret aussieht, bleibt aber noch ungewiss. Wie bei einigen Fragen von mir offensichtlich wurde, dass sie ihn zwar beschäftigen, er eine konkrete Antwort aber schuldig blieb.

Wildberger teilte auch die Erkenntnis, dass offene und gemeinwohlorientierte Infrastrukturen finanziell gefördert werden sollten. Genau das haben wir seinem Haus im vergangenen Jahr in einem konkreten Papier mit Fördermaßnahmen detailliert vorgeschlagen. Der nächste Haushalt muss zeigen, dass es nicht bei Lippenbekenntnissen bleibt.

Der Wille scheint da, die Rhetorik ist stark. Jetzt muss das Digitalministerium aber auch zeigen, dass es Versprechen und Ankündigungen in die Praxis umsetzt. Ich werde das genau verfolgen und dranbleiben.

Hier ist das Video: Wie steht es um die Digitalisierung in Deutschland, Herr Wildberger?

Wie geht sowas wie Deichkind?

Über etwas ganz anderes habe ich dann am dritten Tag geredet. Ich hatte Henning Besser, den künstlerischen Leiter der Band Deichkind, eingeladen. In unserem Gespräch ging es um Kreativität, Inszenierung und Haltung. Und vieles mehr: Wie geht sowas wie Deichkind?

Sehr viele Videos der re:publica und ihrer früheren Ausgaben finden sich im Videoarchiv. Noch mehr Audioaufnahmen gibt es demnächst auf unserer Webseite und im Podcast-Feed zu hören. Ich freue mich jetzt schon, den Sommer über noch mehr interessante Gespräche und Talks hören zu können.

Die kommende 20. Ausgabe der re:publica findet vom 10.-12. Mai 2027 wieder in Berlin statt. Bis dahin gibt es noch kleinere Neben-Events in Wien Anfang Oktober und eine Woche später in Düsseldorf im Rahmen des New Fall - Festivals.

Was sonst noch passierte

Das Journalist - Magazin hat mich ausführlich über KI, Big Tech und Wege in die digitale Souveränität interviewt: „KI wird von wenigen Konzernen dominiert“. Es war eines der seltenen Interviews, wo man ausreichend Zeit und Raum bekommt, auch mal etwas weiter ausholen zu können.

Markus Beckedahl „KI wird von wenigen Konzernen dominiert“
Digitalexperte Markus Beckedahl erklärt im journalist-Interview, warum wir KI-Trends oft verzerrt wahrnehmen, wie Europa Widerstand gegen Big Tech leisten könnte – und was guter Journalismus dazu…

Meine nächsten Auftritte

Kommende Woche bin ich viel in der Bahn unterwegs (Drück mir die Daumen) und spreche gleich auf vier verschiedenen Veranstaltungen in vier Städten.

Danach freue ich mich wieder auf Berlin und den Sommer.

Für Feedback und andere Dinge bin bin ich immer am besten per eMail erreichbar.

Viele Grüße

Markus

Meine Arbeit wird aktuell über das Zentrum für Digitalrechte und Demokratie finanziert. Mit einer Spende oder Dauerauftrag kannst Du mich dabei unterstützen, mein neues Team weiter aufzubauen und mehr Wirkung zu zeigen.